Wohneinheiten-Modell

Einführung eines neuen Tarifmodells für die Wasserversorgung der Gemeinde Wadgassen ab 01.01.2017

 

Warum ist ein neues Tarifmodell notwendig?

Die Erlösstruktur in der Wasserversorgung sieht bei der Gemeindewerke Wadgassen GmbH derzeit noch so aus, dass die Umsätze über einen hohen Wasserbezugspreis und einen geringen Grundpreis erwirtschaftet werden. Jedoch ergibt sich für die Kostenstruktur der Wasserversorgung ein gegenteiliges Bild: Die fixen Kosten sind aufgrund des benötigten Leitungsnetzes mit ca. 80% sehr hoch, die beeinflussbaren Kosten dagegen mit ca. 20% sehr gering. Dadurch führt die derzeitige Tarifstruktur schon bei leichten Nachfrageschwankungen zu extremen Umsatzschwankungen.

Aufgrund dessen wird die Tarifstruktur in der Wasserversorgung seit einiger Zeit in vielen Regionen dementsprechend angepasst: die Grundpreise werden erhöht und der Wasserbezugspreis gesenkt. Jedoch ist das gängige Zählermodell nicht mehr zeitgemäß im Rahmen dieser Veränderungen und führt bei Erhöhung der Grundpreise zu starken Verwerfungen und unausgewogener Kostenverteilung auf die Bürger.

Hierzu ein konkretes Beispiel, welches in unserer Gemeinde Wadgassen aktuell vorzufinden ist:

Erläuterung: Ein Mehrfamilienhaus mit 6 Wohneinheiten besitzt 1 installierten Wasserzähler mit einem Grundpreis von derzeit 89,88 €/Jahr (brutto). Das bedeutet dieser Grundpreis teilt sich auf 6 Haushalte auf: jeder Haushalt wird mit einem Grundpreis von 14,98 €/Jahr (brutto) belastet. Dagegen wird in einem Mehrfamilienhaus mit 6 installierten Wasserzählern jeder Haushalt mit dem Grundpreis eines Wasserzählers in Höhe von 89,88 €/Jahr (brutto) belastet.

Dies stellt derzeit eine ungleiche Kostenverteilung dar. Insbesondere bei Erhöhung der Grundpreise, ohne Veränderung des Tarifsystems, werden Zwei- und Mehrfamilienhäuser mit nur einem installierten Wasserzähler zu Lasten derer Haushalte vermehrt bevorteilt, die den vollen Grundpreis eines Wasserzählers zahlen. Mit dem Wohneinheiten-Modell wird dieses Problem beseitigt.

Es wird demnach ein Tarifsystem benötigt, das für unsere Kunden faire und stabile Preise sowie Qualität- und Versorgungssicherheit gewährleistet. Damit die Kosten der Vorhaltung und des Betriebs unseres Wasserversorgungssystems nicht stetig steigen und angemessen auf die Kunden umgelegt werden können, muss eine nachhaltige Tarifgestaltung erfolgen.

Für unsere Wasserkunden soll somit eine Preisspirale verhindert werden. Die Preisspirale: Sinkende Wassernachfrage bedeutet für die GWW nicht weniger Kosten – aber steigende Preise für die Kunden. Denn die Kosten der Wasserversorgung müssen auf eine immer geringere Menge verteilt werden. Steigende Preise führen wiederum zu sinkender Wassernachfrage. Dem soll mit der Änderung des Tarifmodells entgegengewirkt werden und für mehr Fairness und Ausgewogenheit sorgen.

 

Wie sieht das neue Tarifmodell aus?

Bisher wurde die Zählergröße als Bemessungsgrundlage für den Grundpreis herangezogen. Dieses Modell soll durch ein Wohneinheiten-Modell abgelöst werden. Der Grundpreis ergibt sich somit zukünftig aus den Kosten, welche in Abhängigkeit zur Nutzung stehen. Dieser bemisst sich nach der Anzahl der Wohneinheiten in einem Gebäude. Das bedeutet, es wird das Maß der Inanspruchnahme der Vorhalteleistung herangezogen und somit fairer auf die Nutzer verteilt. Anders als bei einem herkömmlichen Wohneinheiten-Modell, ist ein degressiver Verlauf der Wohngebäude-Tarife vorgesehen. Das bedeutet, je größer ein Wohngebäude ist, desto weniger wird für eine Wohneinheit gezahlt. Somit werden bestehende Kostenvorteile bei größeren Wohngebäuden an die Kunden weitergegeben.

Der Wasserbezugspreis fällt weiterhin für die gelieferte Wassermenge in Kubikmeter an – jedoch in geringerer Höhe als zuvor. Stattdessen wird der Grundpreis höher ausfallen als dies bisher der Fall war, damit unsere Fixkosten (ca. 80%) auch entsprechend mit fixen Entgeltbestandteilen gedeckt werden können. Ziel ist es derzeit, mit diesem Modell eine Deckung der Fixkosten von ca. 50% über feste Entgeltbestandteile zu erreichen.

 

Wie werden die notwendigen Daten generiert?

Die Gebäude- bzw. Wohnungseigentümer werden um Auskunft zu der Anzahl der Wohneinheiten für das jeweils versorgte Gebäude gebeten. Die darauf erfolgten Selbstauskünfte sind die Grundlage für die Bemessung des neuen Grundpreises. Hierzu wird ein Erhebungsdatenblatt ab Mitte April an Sie versandt, welches Sie im beigefügten Rücksendeumschlag ausgefüllt an uns zurücksenden oder auch persönlich oder per E-Mail (Erhebung@Wadgassen.de) bei uns einreichen können. Dieses Datenblatt steht auch hier zum Download für Sie bereit:


Weitere Informationen zur Tarifumstellung finden Sie unter: Häufige Fragen & Antworten

 

 

Gemeindewerke Wadgassen GmbH

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